Institut für Kreativität und Pädagogik, Marielle Seitz - München

Chronik der Schule der Phantasie

1978 erarbeitete Prof. Rudolf Seitz ein Konzept, in dem die Notwendigkeit einer zum Regelunterricht zusätzlichen Förderung der Phantasie und Kreativität begründet wird. Seit 1974 führte Rudolf Seitz einen Modellversuch über ästhetische Elementarerziehung in der Münchner Kindertagesstätte in der Kemptenerstraße durch. Als Lehrstuhlinhaber an der Akademie der Bildenden Künste in München führte er die wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs durch.

Am 16.4.1980 genehmigte der Münchner Stadtrat für ein Jahr einen Modellversuch unter dem Namen „Kurse für Bildnerisches Gestalten“ unter der Projektleitung von Prof. Rudolf Seitz. Nachdem der Modellversuch positiv verlief, wurde am 8.7.1981 im Stadtrat einstimmig die Einführung der „Kurse für Bildnerisches Gestalten“, beschlossen. Dies war lediglich der „Arbeitstitel“ in der Behörde. Rudolf Seitz nannte den Modellversuch „Schule der Phantasie“ und unter diesem Namen wurde seine Arbeit auch bei Pädagogen und Eltern bekannt.
Durch Vorträge und Publikationen von Rudolf Seitz  gab es in vielen Ländern Neugründungen, die Rudolf Seitz persönlich immer unterstützte. 1987 wurde in Traunstein die erste „offizielle“ Schule der Phantasie mit Rudolf Seitz und Trixi Haberlander gegründet.

Für Rudolf Seitz, seine Studenten und auch die Kinder war auch das Münchner Modell schon seit 1981 ihre „Schule der Phantasie“. Mit einem anfänglich kleinen Team von Künstlern und Kunstpädagogen setzte Rudolf Seitz seine Idee der „Schule der Phantasie“ um. Aus den anfänglichen 40 Kursen an den Münchner Grundschulen sind inzwischen 180 Kurse geworden und unzählige Neugründungen im In- und Ausland kamen hinzu. Informationen zu den Kursen der Münchner Schule der Phantasie bekommen Sie über die Homepage der Stadt München.

Die Stadt München zog 1990 mit der Namensgebung nach und nannte die bisherigen „Kurse für Bildnerisches Gestalten“ nun „Schule der Phantasie“. Nach dem Tod von Rudolf Seitz meldete das Schulreferat der Stadt München die Marke „Schule der Phantasie“ an.

Weiterbildungskurse Rudi-Seitz-Schule der Phantasie®

Seitz 2010 veranstaltet das Institut für Kreativität und Pädagogik Aus- und Weiterbildungskurse zum Thema Kreativpädagogik. Der Zertifikatskurs ist ein Baustein für die Gründung und Leitung einer Rudi-Seitz-Schule der Phantasie ®.



Konzeption der Schule der Phantasie

Rudolf Seitz hatte die Idee, dass Maler, Bildhauer, Grafiker und Architekten in die Grundschulen, bzw. die Nachmittagsstunden außerhalb der Unterrichtszeit eingebunden werden sollten. Die Kinder sollten mit den Künstlern zusammen entdecken, wie man mit Farbe und Pinsel und mit ganz gewöhnlichen Dingen des Alltags der Phantasie Flügel verleihen kann. Durch diese Kreativitätsförderung werden Sensibilität, Flexibilität, Vorstellungskraft, Zusammenarbeit und Mitteilungsfähigkeit der Kinder gefördert.

Ziele und Werte der Rudi-Seitz-Schule der Phantasie®

Dass die ästhetische Lehre alle Bereiche einer ganzheitlichen Erziehung mit einbezieht, war die Überzeugung von Rudolf Seitz. Damit wollte er jungen Menschen Mut machen eigenständige Lösungen zu verwirklichen, eine eigene schöpferische Formensprache zu finden und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Kreativitätserziehung im Sinne von Rudolf Seitz geht über das Malen schöner Bilder hinaus. Kreativitätserziehung ist wesentlich mehr als musische Erziehung. Sie ist ein Beitrag auf dem Weg zum mündigen Menschen. Zu einem Menschen, der Wertvorstellungen kritisch hinterfragen kann und trotzdem den Zugang zu der Kraft im Innersten nicht verliert. Zu einem Menschen, der fähig und bereit ist, auf seine Umwelt zu reagieren und sie verantwortungsvoll so zu gestalten, dass man als Mensch dort leben kann und leben will. Rudi Seitz waren diese Ziele immer sehr wichtig und so erinnern sich unzählige Schüler und Studenten an ihn als Lehrer.



Salzburger Nachrichten Juli 1991

SZ am Wochenende Juni 1998

Rebus